Wärmebehandlung

Härten & Vergüten

Austenitisieren, Abschrecken, — die Königsdisziplin der Wärmebehandlung

Härten & Vergüten AI generated

macht Stahl glashart, aber auch spröde — deshalb folgt auf jedes ein . Beides zusammen heißt und erzeugt die perfekte Kombination aus Festigkeit und . Wer den Ablauf versteht, weiß auch, warum die beim aushärtet und wie man das verhindert.

ist der gezielteste Eingriff, den du an einem Stahl vornehmen kannst. Der Ablauf ist immer derselbe, und wenn du ihn einmal verstanden hast, erklärt er auch die Aufhärtung beim .

Schritt 1: . Du erwärmst den Stahl über die Umwandlungstemperatur (je nach C-Gehalt 780–910 °C) und hältst ihn dort, bis das ganze Gefüge zu geworden ist. Der löst sich jetzt gleichmäßig im Gitter.

Schritt 2: . Du kühlst so schnell ab — in Wasser, Öl oder Luft —, dass der keine Zeit hat, als auszuscheiden. Stattdessen klappt das Gitter gewaltsam um und fängt den ein: Es entsteht — glashart, aber spröde und voller innerer Spannungen.

Schritt 3: . Jetzt kommt der wichtigste Schritt, den Anfänger gern vergessen. Du erwärmst den noch einmal auf 150–650 °C. Dabei entspannt sich das verspannte Gitter kontrolliert: Die sinkt etwas, aber die steigt massiv. Erst dieser gehärtete + angelassene Zustand ist brauchbar.

Wer blanken Stahl anlässt, liest die Temperatur an der Farbe ab — die Anlassfarben verraten dir, wie weit du bist:

Anlassfarben-Skala (blanker, unlegierter Stahl)
200 °CBlassgelb
220 °CStrohgelb
240 °CGoldgelb
260 °CBraun
280 °CPurpurrot
300 °CViolett
320 °CKornblumenblau
340 °CHellblau
360 °CGraublau
390 °CGrau

Je heißer das blanke Stück wird, desto dicker die Oxidschicht und desto weiter kippt die Interferenzfarbe von Gelb über Blau zu Grau. Werkzeugmacher lesen daran die Anlasstemperatur ab — auf sauberer, blanker Fläche, nicht auf Zunder.

Das ganze Paket — plus — heißt . Vergütete Stähle (wie ) erreichen damit genau die Kombination aus hoher Festigkeit und guter , die Wellen, Zahnräder und hochbelastete Bauteile brauchen. Das Ergebnis ist ein feines aus angelassenem .

Für dich als Schweißer ist dieser Dreischritt doppelt wichtig:

1. Die ist ein unfreiwilliges . Der austenitisiert den neben der Naht, und das kalte Blech schreckt ihn ab. Bei hochgekohlten Stählen entsteht in der — die klassische Ursache für .

2. zerstört den vergüteten Zustand. In der wird die Vergütung angelassen oder ganz aufgelöst — der Stahl ist dort weicher als das vergütete Grundmaterial. Deshalb werden vergütete Bauteile oft nach dem neu vergütet.

Die Härtbarkeit hängt an den Legierungselementen: , und Mangan verlangsamen die Umwandlung, sodass schon langsamere Abkühlung für reicht. Das fasst genau diese Wirkung zusammen.

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