Werkstoffprüfung & Qualitätssicherung

Zerstörende Werkstoffprüfung

Zugversuch, Kerbschlagbiegeversuch, — was die Proben wirklich verraten

Zerstörende Werkstoffprüfung AI generated

Zerstörende Prüfung heißt: Die Probe wird dabei kaputt gemacht, dafür liefert sie harte Zahlen. Der Zugversuch misst Festigkeit und Dehnung, der Kerbschlagbiegeversuch die , die den Widerstand gegen Eindringen. Genau diese Kennwerte stehen in jedem Datenblatt — und in jeder Schweißanweisung.

Zerstörende Prüfung bedeutet: Man opfert eine Probe, um daraus harte Zahlen zu gewinnen. Diese Zahlen sind die Sprache der Werkstoffkunde — sie stehen in jedem Datenblatt, jedem Zeugnis und jeder Schweißanweisung. Drei Prüfungen musst du lesen können.

Der . Eine genormte Probe (meist quer über die Naht) wird langsam auseinandergezogen, bis sie reißt. Dabei misst man drei Kennwerte:

• (Re): die Spannung, ab der sich das Material dauerhaft verformt. Der wichtigste Festigkeitswert.

• (Rm): die Spannung, bei der die Probe bricht. Immer höher als die .

• (A): wie stark sich die Probe vor dem Bruch gedehnt hat — das Maß für die Verformbarkeit. Spröde Werkstoffe dehnen sich kaum, zähe stark.

Beim ist der Zugversuch quer zur Naht der Standardnachweis: Die Naht muss mindestens die Festigkeit des erreichen. Reißt die Probe neben der Naht im , ist das gut; reißt sie in der Naht, war der Zusatz zu schwach.

Der . Eine Probe mit eingekerbter Kerbe wird mit einem Pendelhammer zerschlagen. Gemessen wird die in Joule — die Energie, die der Bruch verschlingt. Je mehr Joule, desto zäher. Entscheidend ist die Temperatur: Viele Stähle sind bei Raumtemperatur zäh, werden aber bei Kälte spröde. Die Übergangstemperatur, bei der die abstürzt, ist der Schlüsselwert für Tieftemperaturanwendungen (Kryo, Außenbereich im Winter).

Die . Ein Eindringkörper (Diamant oder Kugel) wird mit definierter Kraft ins Material gedrückt; die Größe des Eindrucks ergibt die . Üblich sind Vickers (HV), Rockwell (HRC/HRB) und Brinell (HB). Beim wird die als Linie über → → gemessen. Der Maximalwert in der ist ein zentrales Abnahmekriterium — zu harte bedeutet und Rissgefahr.

Alle drei Prüfungen zusammen ergeben das Bild: Festigkeit (Zugversuch), (Kerbschlag) und Härtung (). Wer diese Zahlen liest, versteht jedes Werkstoffzeugnis — und weiß, ob eine Naht wirklich taugt.

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