Anlasstendenz-Sekundärhärtung
Anlasstendenz-Sekundärhärtung: Während des Anlassens in hochlegierten Stählen entstehen feine Sonderkarbide, die zu einem temporären Härteanstieg führen und den üblichen Härteabfall kompensieren.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Während des Anlassens in hochlegierten Stählen (z.B. Martensitstahl) reagieren die Legierungen mit dem Wasserdampf und entstehen feine Sonderkarbide wie M23C6 oder M7C3. Diese Karbide sammeln sich an den Kornrändern und führen zu einem lokalen Härteanstieg.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Die Sekundärhärtung kann zu erhöhter Härte und geringerer Zähigkeit der Schweißnaht führen. Dies kann zu Rissen oder Brüchen im Material führen, insbesondere wenn das Material unter mechanischer Belastung steht. Darüber hinaus kann die Sekundärhärtung die Formbarkeit reduzieren und das Bearbeiten des Materials erschweren.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Um die negativen Auswirkungen der Anlasstendenz-Sekundärhärtung zu minimieren, sollten folgende Maßnahmen ergriffen werden:
• Kühlen des Materials: Kühlen Sie das Material nach dem Anlassen langsam und kontrolliert ab, um die Bildung von Sonderkarbiden zu vermeiden.
• Verwenden von Schutzmittel: Wenden Sie Schutzmittel an, die die Reaktion zwischen Wasserdampf und Legierung unterbinden, z.B. Kohlenstoffgas oder Siliciumdioxid.
• Optimieren der Anlasstechnik: Passen Sie die Anlasstechnik an, um die Bildung von Sonderkarbiden zu reduzieren, z.B. durch eine kontrollierte Temperaturverteilung im Anlassenschmelzbad.