Schweiß- & Metallurgie-Glossar
Das Nachschlagewerk für Werkzeugbau, Fügetechnik und Oberflächenveredelung.
Abbrand
termAbbrand ist der Verlust von Legierungselementen aus dem Schweißbad durch Verdampfen oder Oxidation im Lichtbogen. Dadurch wird die Schweißnaht legierungsärmer und verliert an Festigkeit, Zähigkeit oder Korrosionsbeständigkeit. Der Schweißer muss diesen Verlust durch geeignete Zusatzwerkstoffe oder Schutzmaßnahmen ausgleichen.
Abhämmern
termAbhämmern bedeutet, die noch warme Schweißnaht sofort nach dem Schweißen mit dem Kugel- oder Pinnhammer zu bearbeiten. Das Hämmern streckt die Naht und baut die Schrumpfspannungen ab, die sonst zum Riss führen – der wichtigste Schutz bei rissanfälligen Werkstoffen wie Kaltarbeitsstahl und Gusseisen.
Abkühlgeschwindigkeit
termDer zeitliche Temperaturabfall pro Zeiteinheit während der thermischen Behandlung, welcher maßgeblich das resultierende Gefüge und die Härte bestimmt. Sie steuert die Diffusionsvorgänge während des Phasenübergangs.
Abkühlmedium
termAbkühlmedium ist ein Fluid oder Gas zur gezielten Wärmeabfuhr beim Abschrecken. Seine Wärmeübergangszahl bestimmt die erreichbare Härte.
Abkühlzeit
termDie Abkühlzeit ist die Zeit, die das Schweißgut von einer hohen Temperatur (z.B. 800 °C) auf einen niedrigeren Wert (z.B. 500 °C) abkühlt. Sie beeinflusst die Härtebildung und das Phasengefüge des Stähls.
Abkühlzeit t5/3
termEin relevanter thermischer Kennwert für die Abkühlphase von 500 °C auf 300 °C, der besonders bei der Beurteilung der Versprödungsneigung hochfester Feinkornbaustähle herangezogen wird.
Abkühlzeit t8/5
termDie Zeitspanne, die eine Schweißnaht und deren Wärmeeinflußzone benötigt, um von 800 °C auf 500 °C abzukühlen. Dieser Parameter ist maßgeblich für die Einstellung des Gefüges und die Vermeidung unerwünschter Phasenbildungen verantwortlich.
Abkühlzeit von 800 bis 500 Grad Celsius
termEin zentraler schweißmetallurgischer Kennwert, der die Zeitspanne beschreibt, die eine Schweißverbindung benötigt, um den kritischen Temperaturintervall für Phasenumwandlungen zu durchlaufen. Sie bestimmt maßgeblich das resultierende Gefüge in der Wärmeeinflusszone.
Ablenkungsfehler
termAblenkungsfehler tritt bei der Härteprüfung auf, wenn das Prüfmaschinengestell oder die Einspannvorrichtung elastically verformt wird. Dies führt zu falschen Messwerten, die korrigiert werden müssen.
Abnahmetestzeugnis
termEin offizielles Dokument vom Hersteller, das bestätigt, dass das gelieferte Werkstück den spezifischen Anforderungen der Bestellung und den geltenden Normen entspricht.
Abrasiv-Massenstrom
termDer Abrasiv-Massenstrom gibt an, wie viel Schleifmittel pro Zeiteinheit zugeführt wird beim Wasserstrahlschneiden. Er bestimmt die Effizienz des Materialabtrags und den Werkzeugverschleiß.
Abrasivmittel
termHarte Mineralpartikel, meist aus Almandin-Granat, die dem Hochdruck-Wasserstrahl zudosiert werden, um die kinetische Schneidleistung bei schwer zerspanbaren oder dicken Werkstoffen drastisch zu erhöhen. Die Partikelgrösse beeinflusst dabei die Oberflächengüte.
Abrasivmittel-Dosiereinheit
termEine Vorrichtung zur präzisen Zudosierung von harten Partikeln in den Wasserstrahl. Die Menge der Partikel beeinflusst die Abtragsleistung und die Oberflächengüte beim Schneiden.
Abrasivmittel-Dosierrate
termDie Abrasivmittel-Dosierrate gibt an, wie viel Strahlmittel pro Minute dem Wasserstrahl zugeführt wird. Eine optimale Dosierrate erhöht die Schnittleistung und verlängert das Werkzeugleben.
Abrasivmittel-Dosierung
termDie genaue Kontrolle der Granat-Zufuhr in den Wasserstrahl bei Hochgeschwindigkeits-Schneiden. Wichtig für die Effizienz und das Ergebnis.
Abrasiv-Partikelmorphologie
termDie Form, Kanten und Härte der Partikel in Wasserstrahlschneiden. Scharfe Partikel verbessern die Schnittkanten und die Erosionsleistung.
Abrasiv-Strahldüse
termAbrasiv-Strahldüse: Hartmetall oder Saphir-Mundstück, das Wasser-Abrasiv-Gemisch beschleunigt und bündelt. Verstärkt die Trennleistung.
Abrasiv-Wasserstrahl-Einlasstiefe
termDie maximale Materialstärke, die mit einem spezifischen Abrasiv-Wasserstrahl bei vorgegebener Vorschubgeschwindigkeit undemulgiert getrennt werden kann. Sie skaliert mit dem Druck und der Partikelkonzentration.
Abreissversuch
termDer Abreissversuch prüft die Haftfestigkeit von Schichten oder Überzügen auf einem Werkstoff. Eine definierte Kraft wird senkrecht zur Oberfläche eingesetzt, um das Material zu trennen.
Absaugarm
termEin bewegliches, rohr- oder haubenförmiges Bauteil einer Absauganlage zur flexiblen Führung des Erfassungstrichters nahe an die Schweißstelle. Gelenkkonstruktionen ermöglichen eine reibungslose Positionierung.
Absaugarm mit integriertem Funkenfänger
termBewegliches Erfassungselement für Schweißrauch, das glühende Partikel vor dem Eintritt in das Rohrsystem oder den Filter durch mechanische Umlenkung abfängt. Dies minimiert das Brandrisiko in der Filteranlage.
Absaug-Schweißzelt
termEin Absaug-Schweißzelt ist ein mobiles, geschlossenes System zur Schadstofferfassung während von Instandsetzungsarbeiten im Freien oder in großen Hallen.
Abschmelzleistung
termDie Abschmelzleistung gibt an, wie viel Zusatzwerkstoff pro Zeiteinheit in das Schweißbad eingebracht wird. Sie beeinflusst die Wirtschaftlichkeit und die Qualität der Schweißnaht.
Abschreckempfindlichkeit
termAbschreckempfindlichkeit beschreibt, wie stark mechanische Eigenschaften eines Stahls bei langsamer Abkühlung beeinträchtigt werden.
Abschrecken
termSchnelles Abkühlen eines erwärmten Bauteils in einem Medium wie Wasser, Öl oder Gas, um eine Härtesteigerung durch Gefügeumwandlung zu erzielen.
Abschreckgeschwindigkeit
termDie Abschreckgeschwindigkeit ist der thermische Gradient während des Abkühlprozesses von der Austenitisierungstemperatur. Sie muss die kritische Abkühlgeschwindigkeit überschreiten, um unerwünschte Zwischenstufengefüge zu vermeiden.
Abschreckhärte-Eigenspannungszustand
termDer durch ungleichmäßige Abkühlraten und Martensittransformationen im Bauteil erzeugte Eigenspannungsverlauf. Druckeigenspannungen an der Oberfläche erhöhen hierbei signifikant die dynamische Dauerhaltbarkeit.
Abschreckintensität
termAbschreckintensität gibt an, wie schnell ein Kühlmedium Wärme abnimmt. Sie beeinflusst das Gefüge und die mechanischen Eigenschaften des Schweißgutes.
Abschreck-Intensitätsregelung
termDie Abschreck-Intensitätsregelung regelt die Wärmeübergangszahl des Abschreckmediums, um die Härtetiefe exakt zu halten und Risse zu vermeiden.
Abschreckmedium
termAbschreckmedium ist ein Kühlmittel, das die Wärmeabfuhrgeschwindigkeit an der Werkstückoberfläche erhöht und so die Gefügehärtung verhindert.
Abschreckmittel
termAbschreckmittel sind flüssige oder gasförmige Medien, die Wärme schnell abführen und Kaltrisse verhindern. Sie verbessern die Schweißnahtfestigkeit und reduzieren Porigkeit.
Abschrecköl-Alterungsbeständigkeit
termAbschrecköl-Alterungsbeständigkeit: Das Öl bleibt stabil bei Wärme und Oxidation, was eine konstante Kühlung während des Schweißens gewährleistet.
Abschreckriss
termAbschreckriss ist ein trennendes Gefügeversagen, das durch extreme thermische Spannungen und Martensitbildung während des Abkühlens entsteht.
Abschreckschärfe
termAbschreckschärfe ist ein Kennwert, der die Wärmeübertragungsfähigkeit eines Abschreckmediums misst und die Abkühlgeschwindigkeit an der Werkstückoberfläche beeinflusst.
Abschreckungs-Kühlkennlinie
termDie zeitabhängige Temperaturabnahme eines Werkstücks im Abschreckmedium, aufgeteilt in Dampffilm-, Siedephase und Konvektion. Die exakte Abstimmung verhindert unzulässige Härtetendenzen oder Rissbildung.
Absolut-Prüfkopf
termEin Absolut-Prüfkopf ist ein Wirbelstromsensor mit einer einzigen aktiven Spule, der absolute Leitfähigkeits- oder geometrische Veränderungen gegenüber einem internen Referenzstandard misst.
Absolutprüfkopf
termEin Absolutprüfkopf ist ein Wirbelstromsonde mit einer einzigen aktiven Spule, die absolute Änderungen der Materialeigenschaften oder Geometrien erfasst.
Absolut-Wirbelstromprüfsonde
termDie Absolut-Wirbelstromprüfsonde misst das elektromagnetische Feld eines Prüfteils mit einer einzigen Messspule und gibt absolute Werte für Leitfähigkeit oder Schichtdicke aus. Sie reagiert auf globale Feldänderungen.
Absolut-Wirbelstromsonde
termEine Absolut-Wirbelstromsonde misst den absoluten Wert des magnetischen Flusses durch eine Messspule, um Werkstoffeigenschaften und Materialänderungen zu bestimmen.
AC-Balanceregelung
termDie AC-Balanceregelung regelt das Verhältnis von Plus- und Minuspolphase beim Wechselstrom-WIG-Schweißen von Aluminium. Sie sorgt für ein Gleichgewicht zwischen der Oxidschichtsaufreinigung und dem Einbrand im Werkstück, was die Schweißqualität verbessert.
Acicularer Ferrit
termEin nadelartiges Ferritgefüge, das im Schweißgut bevorzugt an mikroskopischen Einschlüssen keimt. Es verbessert die Zähigkeit von Schweißnähten bei tiefen Temperaturen erheblich.
AC-Reinigungseffekt
termKathodisches Aufbrechen der schwer schmelzbaren Oxidschicht auf Aluminium durch die Pluspol-Halbwelle beim Wechselstrom-WIG-Schweißen.
Adaptive Energieeintragsregelung
termRegelt Strom, Spannung oder Vorschub dynamisch während des Schweißens, um Durchbrüche bei veränderter Spaltgeometrie zu vermeiden und eine konstante Wurzelpenetration sicherzustellen.
Adaptive Prozessteuerung
termAdaptive Prozessteuerung passt Schweißparameter wie Stromstärke oder Vorschubgeschwindigkeit während des Verfahrens an veränderte Spaltmaße an, um konstante Einbrandverhältnisse zu gewährleisten.
Adaptive Roboterbahnsteuerung
termAdaptive Roboterbahnsteuerung passt die Bewegung des Roboters in Echtzeit an, um thermischen Verzugsauswirkungen bei der Schweißnaht zu kompensieren. Dies gewährleistet eine gleichmäßige Nahtqualität unabhängig von variierenden Spaltmaßen.
Adaptive Schweißparameter-Regelung
termDie Spannung und Stromstärke während des Schweißens werden kontinuierlich an veränderte Spaltmaße oder Wärmebatzbedingungen angepasst, um Durchbrände und unvollständige Durchschweißungen zu verhindern.
Adaptive Schweißparameterregelung
termEin Regelsystem, das Strom, Spannung oder Vorschubgeschwindigkeit während des Schweißens anpasst, um eine konstante Nahtqualität bei variierenden Spaltmaßen sicherzustellen.
Adaptive Weaving-Regelung
termDie automatische Anpassung der Pendelbreite und -frequenz des Schweißbrenners an eine sich verändernde Fugenbreite. Gewährleistet eine vollständige Flankenerfassung.
Additive Oberflächenrauheits-Modifikation
termDie Additive Oberflächenrauheits-Modifikation verbessert die Oberflächenrauheit durch mikroskopische Prozesse, um das Gleiten von Schweißmaterialien zu erleichtern und Porenbildung zu reduzieren. Dies führt zu stärkeren Schweißnahts.
Additiv erzeugte Gitterstrukturen
termAdditiv erzeugte Gitterstrukturen sind periodische, poröse zellulare Geometrien mit hoher spezifischer Steifigkeit und geringer Masse. Sie werden durch additive Fertigungsverfahren wie SLS oder SLA hergestellt.