Arbeitsprobe
Die Arbeitsprobe ist eine Testnaht unter echten Fertigungsbedingungen. Sie zeigt die tatsächliche Nahtqualität und deckt Gefügefehler wie Härterisse oder Poren auf. Sie dient als Nachweis für besonders anspruchsvolle Bauteile.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Die Arbeitsprobe nutzt die gleichen Schweißparameter wie die spätere Fertigung. Gleicher Grundwerkstoff, gleicher Schweißzusatz, gleiche Wärmeeinbringung und gleiche Abkühlbedingungen erzeugen das identische Schweißgefüge. Nur so lassen sich Fehler in der Schweißzone realistisch erkennen. Die Probe ist ein Spiegelbild der späteren Bauteilnaht.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Weicht die Arbeitsprobe von den echten Bedingungen ab, verliert sie ihre Aussagekraft. Zu geringe Wärmeeinbringung führt zu schneller Abkühlung und zu hartem Martensit. Zu hohe Wärmeeinbringung lässt das Korn wachsen und senkt die Zähigkeit. Falsch geschweißte Arbeitsproben täuschen eine gute Qualität vor und gefährden das Bauteil.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Schweißen Sie die Arbeitsprobe immer mit denselben Parametern wie das Bauteil. Dazu gehören Schweißstrom, Spannung, Geschwindigkeit, Vorwärmtemperatur und Zwischenlagentemperatur. Halten Sie die Wärmeeinbringung innerhalb einer Toleranz von ±10 % des Sollwerts. Prüfen Sie die Probe nach der gültigen Norm, zum Beispiel durch Sichtprüfung und zerstörende Prüfung. Weicht die Probe ab, korrigieren Sie die Schweißanweisung sofort.