Biegeprüfung
Die Biegeprüfung ist eine zerstörende mechanische Prüfung. Eine geschweißte Probe wird um einen Dorn gebogen. Dabei zeigen sich sofort Bindefehler, Risse oder mangelnde Verformbarkeit der Schweißnaht.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Beim Biegen wird die Probe auf der Außenseite stark gestreckt. Auf der Innenseite wird sie gestaucht. Die Schweißnaht und die Wärmeeinflusszone müssen diese Dehnung ohne Riss ertragen. Ein duktiles Gefüge verformt sich plastisch. Ein sprödes Gefüge reißt sofort.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Die Biegeprüfung deckt Schweißfehler auf. Dazu gehören Bindefehler, Schlackeneinschlüsse, Poren und Risse. Diese Fehler wirken als Kerben. Sie konzentrieren die Spannung und führen zum vorzeitigen Bruch. Auch eine zu harte, martensitische Naht versagt spröde. Die Prüfung zeigt außerdem Fehler in der Wärmeeinflusszone.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Die Probe wird quer zur Schweißnaht entnommen. Die Oberfläche wird glatt geschliffen. Der Biegewinkel beträgt meist 180°. Der Dorn-Durchmesser hängt von der Norm ab. Nach EN ISO 5173 beträgt er das 4-fache der Blechdicke. Die Prüftemperatur ist Raumtemperatur. Die Biegegeschwindigkeit muss langsam sein. Ein Riss über 3 mm Länge gilt als Fehler. Die Probe muss ohne Anriss bleiben, sonst ist die Schweißung unzulässig.