Chemische Passivierung
Chemische Passivierung entfernt freies Eisen von der Oberfläche und beschleunigt die Oxidschichtbildung, was eine homogene Korrosionsschutzschicht bildet. Dies verhindert Risse und Porenbildung.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Chemische Passivierung ist ein Prozess, bei dem freies Eisen auf der Oberfläche des Metalls durch eine chemische Reaktion mit Sauerstoff oder anderen Oxidationsmitteln in Eisensulfat (FeSO4) umgewandelt wird. Dieser Prozess bildet eine dünne, homogene Oxidschicht auf der Oberfläche, die den Kontakt zwischen dem Eisen und weiteren Korrosionssubstanzen verhindert.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Die Passivierung erhöht die Zähigkeit und das Rissfestigkeit der Schweißnaht. Sie verhindert, dass freies Eisen mit Sauerstoff reagiert und eine Korrosionsschicht bildet, was zu Rissen und Poren führen kann. Ein unvollständiges oder fehlerhaftes Passivierungsverfahren kann jedoch zu einer ungleichmäßigen Oxidschichtbildung führen, die wiederum zu lokalen Korrosionsanfällen und Schadenserscheinungen führt.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Um eine effektive chemische Passivierung sicherzustellen, sollten folgende Maßnahmen ergriffen werden:
• Verwenden Sie ein passendes Desoxidationsmittel vor dem Schweißen, um freies Eisen von der Oberfläche zu entfernen.
• Halten Sie die Schweißnaht nach dem Schweißen in einer Umgebung mit geringem Sauerstoffgehalt oder unter einem Schutzschirm, um eine schnelle Oxidschichtbildung zu fördern.
• Überwachen Sie die Temperatur und Zeit des Abkühlens, um eine gleichmäßige Passivierung sicherzustellen. Eine zu schnelle Kühlung kann dazu führen, dass die Oxidschicht unvollständig bildet.