Druckguss
Druckguss ist ein Gießverfahren, bei dem flüssiges Metall unter hohem Druck in eine Stahlform gepresst wird. Die Form steht dabei unter extremer Wechselbelastung: flüssiges Metall, hoher Druck und rasches Abkühlen – deshalb braucht es Warmarbeitsstähle mit hoher Warmfestigkeit.
Was Druckguss ist
Beim Druckguss wird flüssiges Metall – meist Aluminium, Zink oder Magnesium – mit sehr hohem Druck in eine dauerhafte Stahlform gepresst. Die Form füllt sich in Sekundenbruchteilen und erstarrt unter Druck.
Was das für die Form bedeutet
Die Druckgussform erlebt den brutalsten Thermoshock, den ein Werkzeug kennt: flüssiges Metall bei über 600 °C trifft auf die Stahloberfläche, danach wird die Form gekühlt. Dazu kommen mechanischer Druck und Erosion durch das einströmende Metall. Diese Wechselbelastung erzeugt Brandrisse – feine Netzrisse an der Formoberfläche.
Die zwei Verfahren
Beim Warmkammerverfahren steht die Gießkammer im flüssigen Metall (niedrigschmelzende Legierungen wie Zink). Beim Kaltkammerverfahren wird das Metall von außen in die Kammer dosiert (Aluminium, Magnesium), weil es die Maschinenteile sonst angreifen würde.
Werkstoff-Anforderung
Druckgussformen brauchen Warmarbeitsstahl mit hoher Warmfestigkeit, guter Warmzähigkeit und Beständigkeit gegen Brandrisse – typisch 1.2343 und 1.2344.