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Duplex-System

Ein Duplex-System kombiniert eine metallische Zinkschicht mit einer organischen Deckschicht. Die Zinkschicht schützt den Stahl kathodisch, die Deckschicht versiegelt die Zinkoberfläche. So verlängert sich der Korrosionsschutz weit über die Summe beider Einzelschichten.

Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus

Die erste Schicht ist meist eine Feuerverzinkung. Zink opfert sich bei Korrosion selbst auf, weil es elektrochemisch unedler als Stahl ist. Die zweite Schicht ist eine organische Beschichtung, zum Beispiel Pulverlack oder Nasslack. Diese Deckschicht sperrt Wasser und Sauerstoff von der Zinkoberfläche ab. Dadurch verbraucht sich die Zinkschicht nur sehr langsam. An Kratzern oder Kanten liegt blanker Stahl frei. Hier wirkt das Zink weiterhin kathodisch und verhindert Unterrostung der Lackschicht.

Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen

Wenn Sie ein beschichtetes Bauteil schweißen, verdampft Zink im Lichtbogen. Zinkdampf verursacht Poren und Risse in der Schweißnaht. Die organische Deckschicht verbrennt und setzt giftige Gase frei. Kohlenstoffrückstände aus der verbrannten Farbe können die Naht aufhärten und Risse fördern. Entfernen Sie deshalb vor dem Schweißen beide Schichten im Nahtbereich vollständig. Nach dem Schweißen reinigen Sie die Naht und stellen das Duplex-System vollständig wieder her.

Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen

Schleifen Sie Zink und Farbe mindestens 50 mm beidseitig der Schweißfuge ab. Nutzen Sie Absaugung und Atemschutz. Schweißen Sie nur auf blankem Stahl. Nach dem Schweißen entzundern Sie die Naht. Tragen Sie zuerst eine Zinkstaub-Grundierung oder thermisches Spritzverzinken auf. Danach bringen Sie die Deckbeschichtung nach Herstellervorgabe auf. Die Trockenschichtdicke der Deckschicht liegt typisch bei 80–120 µm, das Gesamtsystem oft über 120 µm.

MetallurgieSchweißtechnik

KI-Transparenz (EU AI Act): Auf Basis eigener langjähriger Praxiserfahrung in der Schweißtechnik mit Hilfe von KI erstellt und redaktionell geprüft.

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