Entkohlungsglühen
Eine gezielte oder unabsichtliche Kohlenstoffentziehung aus der Randschicht durch eine oxidierende oder decarburierende Ofenatmosphäre. Bei bestimmten weichmagnetischen Werkstoffen ist dieser Schritt prozessnotwendig, um die Ummagnetisierungsverluste zu senken.
Entkohlungsglühen ist ein Wärmebehandlungsfehler, bei dem die Randschicht des Stahls Kohlenstoff verliert. Das passiert, wenn die Ofenatmosphäre Sauerstoff oder CO2 enthält, die mit dem Kohlenstoff reagieren. Dadurch wird die Randzone weicher und ferritisch, was sich deutlich von der härteren Kernstruktur abhebt.
Beim Schweißen merkst du das sofort: Die entkohlte Zone schmilzt anders und kann zu Porosität oder schlechter Benetzung führen. Wenn du so ein Teil schweißen musst, schleif die entkohlte Schicht vorher komplett ab, sonst hast du keine saubere Schweißnaht. Die Tiefe der Entkohlung erkennst du im Anschliff an der hellen, kohlenstoffarmen Randzone.