Ferrit-Stabilisator
Ein Ferrit-Stabilisator wie Chrom oder Molybdän verhindert das Austenit-Gefüge und fördert Ferritbildung in Mehrphasenstählen. Dies erhöht die Härte und Zähigkeit, reduziert aber die Formbarkeit.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Ferrit-Stabilisatoren wie Chrom oder Molybdän binden Sauerstoff in der Schmelzphase fest. Dadurch wird das Austenit-Gefüge verhindert und Ferritbildung gefördert. Das kubisch-raumzentrierte Gitter bleibt stabil, was die Härte und Zähigkeit erhöht.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Ein zu hoher Gehalt an Ferrit-Stabilisatoren kann das Gefüge zu hart machen und die Formbarkeit reduzieren. Dies führt zu einer erhöhten Anfälligkeit für Risse und vergröbertes Korn im Abkühlen. Bei falscher Schweißparametern (zu schnelle Kühlung) entstehen glasharte, rissanfällige Gefügeanteile.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Verwende Ferrit-Stabilisatoren in der Zusatzstoffwahl für Stähle mit hohen Härte- und Zähigkeitsanforderungen. Achte auf die korrekte Kühlgeschwindigkeit (t8/5 zwischen 10 und 20 Sekunden) um ein ausgewogenes Gefüge zu erzielen. Bei zu schneller Kühlung kann das Gefüge zu hart werden, was Risse verursachen kann.