Gibbs'sche Phasenregel
Eine mathematische Formel, die die Anzahl der thermodynamischen Freiheitsgrade eines Systems in Abhängigkeit von Phasen und Komponenten berechnet.
Die Phasenregel ist im Kern simpel: Sie sagt dir, wie viele Freiheiten du beim Schweißen hast, bevor sich der Zustand des Werkstoffs ändert. Schau dir das Phasendiagramm an, dann siehst du, wo Schmelze und feste Phase nebeneinander vorliegen. Genau in diesem Bereich, dem Erstarrungsintervall, liegt das Problem: Je breiter der ist, desto größer die Gefahr von Heißrissen, weil die Restschmelze nicht mehr nachfließen kann.
Bei Alu-Legierungen nimmst du Zusätze mit viel Silizium, die erstarren fast ohne Intervall und sind damit unkritisch. Bei Stahl ist der Punkt, wo du im Zweiphasenbereich (Ferrit + Austenit) langsam abkühlst, heikel – da entstehen diese harten, spröden Inseln, die die Zähigkeit ruinieren. Also: Nicht zu viel Wärme rein, und beim Glühen immer schön unterhalb der Umwandlungstemperatur bleiben, sonst machst du dir das Gefüge wieder kaputt.