Globulitisierte Karbide
Globulitisierte Karbide sind kugelförmige Kohlenstoffausscheidungen in einem Ferrit-Gewebe, die durch Glühbehandlungen entstehen. Sie verbessern die Kaltformbarkeit und Zähigkeit des Stahls.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Globulitisierte Karbide entstehen, wenn Ferrit-Gewebe in einem geschützten Umfeld (wie bei Glühbehandlungen) langsam abgekühlt wird. Kohlenstoffausscheidungen formen sich dabei zu kleinen kugelförmigen Partikeln, die im Ferrit-Matrix verteilt sind.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Diese Struktur verbessert die Kaltformbarkeit und Zähigkeit des Stahls, da die kleinen Karbide-Partikel das Gewebe stabilisieren. Allerdings kann ein zu hoher Kohlenstoffgehalt zu erhöhter Härte führen, was zu Rissen und Verschleißproblemen beim Schweißen führen kann. Es ist wichtig, den Kohlenstoffgehalt im Griff zu halten.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Um globulitisierte Karbide zu schaffen, wird der Stahl in einem geschützten Umfeld langsam abgekühlt (oft unter einer Schutzgasatmosphäre). Die Kühldauer sollte zwischen 10 und 30 Minuten liegen, je nach Stahltürke. Ein zu schnelles Abkühlen kann zu Martensitbildung führen, während ein zu langes Abkühlen zu erhöhter Härte und geringerer Formbarkeit resultiert.