Graphit
Graphit ist reiner Kohlenstoff in einer weichen, schichtigen Form. Beim Gusseisen scheidet sich der überschüssige Kohlenstoff beim Erstarren als Graphit aus – die Form dieser Ausscheidungen (Lamellen, Kugeln, Würmer) bestimmt, ob der Guss spröde oder zäh ist.
Was ist Graphit
Graphit ist die reine, weiche Form des Kohlenstoffs – du kennst ihn aus dem Bleistift. Er besteht aus Schichten, die leicht aufeinander abgleiten, deshalb ist er weich und dunkel.
Graphit im Gusseisen
Beim Gusseisen liegt der Kohlenstoffgehalt über 2 %. Der überschüssige Kohlenstoff, der nicht ins Eisengitter passt, scheidet sich beim Erstarren als Graphit aus. Wie dieser Graphit wächst, entscheidet alles: als feine Lamellen (Grauguss GJL), als Kugeln (Sphäroguss GJS) oder als Würmer (Kompaktgraphit GJV).
Warum die Form so wichtig ist
Lamellen wirken wie unzählige winzige Kerben – sie machen den Werkstoff spröde. Kugeln dagegen sind keine Kerben, der Werkstoff wird zäh und verformbar. Die Graphitform ist also der eigentliche Unterschied zwischen sprödem Grauguss und zähem Sphäroguss.
Beim Schweißen
Im Lichtbogen schmilzt der Graphit auf, und wo die Masse danach schnell abkühlt, entsteht statt Graphit hartes Eisencarbid – spröder Martensit und Ledeburit in der Wärmeeinflusszone. Deshalb muss Gusseisen langsam abkühlen, damit sich wieder Graphit bilden kann.