Heißrissbildung
Heißrissbildung entsteht durch tiefe Schmelzpunkte auf Korngrenzen und thermische Zugspannungen während der Abkühlung. Sie führt zu rissenhaften Gefügen und vermindert die Zähigkeit des Stahls.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Heißrissbildung tritt auf, wenn das Schmelzgut oder die angrenzende Zone während der Abkühlung tiefe Schmelzpunkte auf Korngrenzenfilme hat. Diese tiefen Schmelzpunkte können durch thermische Zugspannungen entstehen, die sich während des Kühlen auftreiben. Die Spannungen führen dazu, dass das Metall plötzlich zusammenbricht und Risse bildet.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Heißrissbildung kann zu stark rissenhaften Gefügen führen, die die Zähigkeit des Stahls erheblich vermindern. Dies kann zu mechanischen Versagen und kürzere Lebensdauer der Bauteile führen. Darüber hinaus kann sie zu Schweißfehlern wie unvollständiger Verbindungen oder fehlenden Schweißnahtsleisten führen.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Um Heißrissbildung zu vermeiden, ist es wichtig, die Abkühlung des Schmelzguts kontrolliert und gleichmäßiger zu gestalten. Dies kann durch die Verwendung von Kühlwasser oder Kühlgas erreicht werden. Die Kühlgeschwindigkeit sollte so eingestellt sein, dass das Metall langsam und kontinuierlich abkühlt, ohne tiefe Schmelzpunkte auf Korngrenzenfilme zu bilden. Eine typische Kühlzeit von 10-20 Sekunden pro cm Stahlstärke kann helfen, die Risiko von Heißrissen zu minimieren.