Interkristalliner Riss
Ein Riss, der zwischen den Kristallen eines Metalls entlang der Korngrenzen verläuft. Er wird durch hohes Wachstum von niedrigschmelzenden Phasen oder Versprödung begünstigt und tritt bei hohen thermischen Spannungen auf.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Ein interkristalliner Riss ist ein Trennungsbruch, der entlang der Grenzen zwischen verschiedenen Kristallen (Korngrenzen) eines Metalls verläuft. Diese Korngrenzen können durch hohes Wachstum von niedrigschmelzenden Phasen oder Versprödung begünstigt werden, die sich dort anreichern.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Interkristalline Risse treten vor allem bei hohen thermischen Spannungen auf und können zu Heißrissen führen. Sie vergrößern sich besonders in der Nähe von Versprödungsphasen oder Korngrenzenseigerungen, was die Zähigkeit und Festigkeit des Materials beeinträchtigt.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Um interkristalline Risse zu vermeiden, ist es wichtig, eine kontrollierte Abkühlung der Schweißnaht sicherzustellen. Dies kann durch die Verwendung von Kühlwasser oder speziellen Kühlgasen erreicht werden. Die Kühlgeschwindigkeit sollte so eingestellt sein, dass das Gefüge nicht zu schnell abkühlt (t8/5 < 5 s) und keine glasharten Martensitphasen entstehen. Bei hohen Spannungen kann auch die Verwendung von stabilisierten Stählen oder der Reduzierung des Kohlenstoffgehalts helfen.