Kapillar-Benetzungsstrom
Der Kapillar-Benetzungsstrom ist der Fluss des schmelzflüssigen Lots innerhalb eines engen Lötspaltes, getrieben von Oberflächenspannungen. Er bestimmt die Taktzeit in der Industrie.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Der Kapillar-Benetzungsstrom entsteht durch die Oberflächenspannung zwischen dem schmelzflüssigen Lot und den metallischen Werkstücken. Diese Spannung erzeugt einen Druck, der das Lot in Richtung des kleinsten Durchmessers (den Lötspaltes) zieht.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Ein zu geringer Kapillar-Benetzungsstrom kann zu langen Taktzeiten und unzureichender Benetzung führen, was zu fehlenden Verbindungen oder Poren im Lötresultat führt. Ein zu großer Strom kann hingegen zu übermäßiger Benetzung und zu starkem Schmelzverlust der Werkstücke führen.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Um den Kapillar-Benetzungsstrom optimal einzustellen, sollte die Oberflächenspannung des Lots kontrolliert werden. Dies kann durch die Wahl des richtigen Lotzutatenverhältnisses und der Temperatur erreicht werden. Eine typische Taktzeit für industrielle Lötprozesse beträgt etwa 1 bis 2 Sekunden, abhängig von den spezifischen Werkstoffen und dem Lötspalt.