← Glossar

Kapillar-Steigfähigkeit

Die Kapillar-Steigfähigkeit beschreibt, wie hoch ein flüssiges Lot in eine Spalte auftritt, ohne dass es durch Schwerkraft abfließt. Sie hängt von der Spaltweite und Oberflächenenergie des Lots ab.

Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus

Die Kapillar-Steigfähigkeit ist ein Phänomen, bei dem ein flüssiges Lot in eine Spalte auftritt, ohne dass es durch die Schwerkraft abfließt. Dies geschieht durch die Oberflächenkräfte zwischen dem Lot und der Spaltwand. Je enger die Spalte und je höher die Oberflächenenergie des Lots, desto höher steigt das Lot in die Spalte.

Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen

Bei der Schweißung ist die Kapillar-Steigfähigkeit besonders wichtig für die Füllung von Löchern und Rissen. Ein zu hoches Steigen kann dazu führen, dass das Lot übermäßiger in die Spalte auftritt und die Füllung ungleichmäßig oder zu hoch wird. Dies kann zu Spannungen und eventuell zu Rissen im Gefüge führen.

Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen

Um die Kapillar-Steigfähigkeit bei der Schweißung zu kontrollieren, ist es wichtig, die Spaltweite genau einzurichten. Eine zu enge Spalte kann das Lot dazu bringen, übermäßiger in die Spalte aufzutreten. Die Oberflächenenergie des Lots sollte ebenfalls optimiert werden, um ein gleichmäßiges Füllen sicherzustellen. Bei der Auswahl des Lots ist darauf zu achten, dass es eine angemessene Kapillar-Steigfähigkeit hat, die zum jeweiligen Anwendungsfall passt.

MetallurgieSchweißtechnik

KI-Transparenz (EU AI Act): Auf Basis eigener langjähriger Praxiserfahrung in der Schweißtechnik mit Hilfe von KI erstellt und redaktionell geprüft.

© 2026 Welder-World. Alle Inhalte dienen der Aus- und Weiterbildung und ersetzen keine zertifizierte Schweißanweisung.