Kapillarspaltwirkung beim Löten
Flüssiges Lot wird durch Oberflächenspannungen in enge Fügespalten gezogen, was eine vollständige Benetzung und eine stoffschlüssige Verbindung ermöglicht.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Flüssiges Lot wird durch Oberflächenspannungen in enge Fügespalten gezogen. Diese Spannungen entstehen aufgrund der Tendenz, das Oberflächenwasser abzubauen und die Oberfläche zu minimieren. Dies führt dazu, dass das Lot sich in Spalten oder Risse bewegt, unabhängig von der Schwerkraft.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Löten
Die Kapillarspaltwirkung ist entscheidend für eine vollständige Benetzung und eine stoffschlüssige Verbindung der Werkstücke. Ohne diese Wirkung können Fügeflächen unvollständig bedeckt werden, was zu fehlenden Schweißnahtsgebieten oder zu schlechten mechanischen Eigenschaften führen kann. Ein zu hoher Lotzustand kann jedoch dazu führen, dass das Lot in enge Spalten eindringt und die Füge zu verengen, was zu Spannungen und möglichen Rissen führt.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Um die Kapillarspaltwirkung optimal zu nutzen, sollte der Lotzustand genau kontrolliert werden. Ein Zuhochnis kann zu Fügeverengung und Spannungen führen, während ein Zu niedriger Zustand dazu führt, dass das Lot nicht vollständig in die Spalten eindringt. Empfohlene Lotzustände variieren je nach Material und Fügetyp, aber im Allgemeinen sollten sie zwischen 10% und 25% des Durchmessers des Lotrohres liegen.