Karbidische Korngrenzensaum
Karbidische Korngrenzensaum ist eine kontinuierliche oder unterbrochene Zone von Karbiden an den Korngrenzen, die die Zähigkeit und Korrosionsbeständigkeit des Stahls vermindert. Diese Saum kann durch unzureichende Abkühlung oder zu hohe Kohlenstoffgehalte entstehen.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Karbidische Korngrenzensaum bildet sich, wenn sich Karbide (wie Cementit) an den Grenzen zwischen verschiedenen Kristallzellen (Korngrenzen) des Stahls ausbildet. Dieser Prozess kann durch unzureichende Abkühlung oder zu hohe Kohlenstoffgehalte im Stahl verursacht werden.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Die Karbidische Korngrenzensaum macht die Schweißnaht anfälliger für interkrystalline Korrosion und reduziert ihre Zähigkeit. Dies kann zu Rissen, Verschleiß und geringerer Lebensdauer der Bauteile führen.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Um Karbidische Korngrenzensaum zu vermeiden, ist es wichtig, eine sorgfältige Abkühlung der Schweißnaht sicherzustellen. Dies kann durch die Verwendung von Kühlwasser oder speziellen Kühlgasen erreicht werden. Ein Kohlenstoffgehalt im Stahl unter 0,75 % und eine ausreichende Abkühldauer (t8/5 > 25 s) helfen, die Bildung dieser Saum zu verhindern.