Lattemartensit
Lattemartensit ist ein feines, stark versetzungsreiches Gefüge bei schneller Abkühlung von Stählen mit geringem bis mittlerem Kohlenstoffgehalt. Es besteht aus parallel angeordneten Martensitlatten.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Bei schneller Abkühlung von Stählen mit geringem bis mittlerem Kohlenstoffgehalt (ca. 0,2% bis 0,5%) entsteht Lattemartensit. Dieser Prozess beinhaltet die schnelle Formung von Martensitlatten in parallele Richtungen.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Lattemartensit erhöht die Härte und Festigkeit des Stahls, was es für hohe Belastungen gut geeignet macht. Allerdings kann es zu Heißrissen führen, wenn die Abkühlung zu schnell erfolgt. Dies kann insbesondere bei dicken Bauteilen oder bei ungleichmäßiger Wärmeleitfähigkeit des Werkstoffs auftreten.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Um Lattemartensit zu vermeiden, sollte die Abkühlung kontrolliert und langsam erfolgen. Dies kann durch die Verwendung von Kühlwasser oder speziellen Kühlmittel erreicht werden. Bei Stählen mit geringem Kohlenstoffgehalt ist eine Abkühlzeit von mindestens 10 Sekunden pro cm Dicke empfehlenswert.