Lattenmartensit
Lattenmartensit bildet sich in kohlenstoffarmen Stählen beim Abschrecken als parallele Streifen und ist härter als hochkohlenstoffiges Martensit.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Beim Abkühlen von kohlenstoffarmen Stählen entsteht Lattenmartensit, eine Form des Martensits, die aus parallelen Streifen besteht. Diese Strukturen bilden sich durch schnelles Abkühlen und sind typischerweise in Stählen mit einem Kohlenstoffgehalt unter 0,2 % zu finden.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Lattenmartensit ist härter als hochkohlenstoffiges Martensit und bietet bessere Zähigkeit. Allerdings kann es auch zu erhöhter Spannungsfestigkeit führen, was bei wiederholten Belastungen zu Rissen kommen kann. Darüber hinaus kann die schnelle Abkühlung zu Verformungen oder Spannungsbuildup führen, insbesondere wenn das Stahl unter Druck steht.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Um Lattenmartensit zu vermeiden und gleichzeitig eine gute Zähigkeit zu gewährleisten, sollte das Abkühlen kontrolliert werden. Bei Schweißen von kohlenstoffarmen Stählen ist es wichtig, die Kühlzeit nach dem Abschrecken zu überwachen. Eine Kühlzeit von mindestens 10 Sekunden kann helfen, eine ausgewogene Kornstruktur und eine gute Zähigkeit zu erreichen. Vermeiden Sie schnelle Kühlungen unter Druck, da dies zu Spannungsbuildup führen kann.