Magnesium-Behandlung
Die Magnesium-Behandlung ist der Schlüsselschritt bei der Sphäroguss-Herstellung: Kurz vor dem Abguss wird der Schmelze etwas Magnesium zugegeben. Das Magnesium hindert den Kohlenstoff daran, als spröde Lamellen zu wachsen – er erstarrt als Kugelgraphit, und der Guss wird zäh statt spröde.
Was die Magnesium-Behandlung bewirkt
Gibt man einer Gusseisen-Schmelze kurz vor dem Abguss eine kleine Menge Magnesium zu, verändert sich, wie der Kohlenstoff erstarrt. Ohne Behandlung wächst der Graphit als spröde Lamellen – das ist Grauguss. Mit Magnesium wird er gezwungen, als Kugeln zu wachsen – das ist Sphäroguss.
Warum Magnesium
Magnesium bindet den Schwefel und Sauerstoff in der Schmelze und stört das Wachstum der Lamellen so, dass der Kohlenstoff kugelförmig erstarrt. Die Kugeln wirken nicht als Kerben, deshalb wird der Werkstoff zäh und verformbar.
Die Tücke
Magnesium verdampft sehr schnell und verbrennt teilweise beim Zugeben. Die Behandlung muss deshalb unmittelbar vor dem Abguss erfolgen, sonst verpufft die Wirkung.
Beim Schweißen beachten
Im Schweißbereich wird die Kugelgraphit-Struktur lokal wieder aufgeschmolzen. Kühlt sie zu schnell ab, entsteht sprödes Gefüge – der Bereich verliert seine Zähigkeit. Deshalb Sphäroguss warm und langsam abkühlend schweißen, mit passenden Zusatzwerkstoffen nach Herstellerangabe.