Mikrolegierungselement Titan
Titan ist ein starkes Desoxidationsmittel und bildet Karbid und Nitrid, was die Festigkeit erhöht und die Austenitkorngröße kontrolliert.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Titan reagiert im flüssigen Schmelzbad mit Sauerstoff und bildet stabilisierte Titan-Komplexe, die das Desoxidieren von Stahl fördern. Zusätzlich bildet Titan Karbid (TiC) und Nitrid (TiN), was die Festigkeit des Metalls erhöht.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Titan verhindert Porenbildung und steigert die Zähigkeit der Schweißnaht. Bei zu hohem Titan-Gehalt kann jedoch das Gefüge zu hart werden, was zu Heißrissen führen kann. Ein unzureichender Titan-Gehalt kann dagegen zu feinen Körnern und geringer Zähigkeit führen.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Titan wird in niedriglegierten Stählen wie 1020 oder 4340 hinzugefügt, um die Desoxidation und die Austenitkorngröße zu kontrollieren. Ein typischer Titan-Gehalt beträgt ca. 0,05 bis 0,1 %. Die Schmelzzeit sollte so lange sein, dass Titan vollständig reagiert, aber nicht zu lang, um zu viel Karbidbildung zu vermeiden.