Ölhärtung
Ölhärtung ist das Abschrecken in Öl statt Wasser. Öl kühlt langsamer und gleichmäßiger — geringere Härte als Wasser, aber deutlich weniger Verzug und Rissgefahr. Standard für die meisten legierten Werkzeugstähle.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Taucht ein glühendes Teil ins Öl, läuft das in drei Schritten ab: Zuerst legt sich eine Dampfhaut drumherum, dann kocht das Öl an der Oberfläche und zieht die Wärme richtig weg, zuletzt kühlt nur noch die Strömung. Öl nimmt die Wärme langsamer ab als Wasser, dafür gleichmäßiger über das ganze Teil. Für legierte Stähle reicht diese trotzdem, um zu bekommen, weil die Legierungselemente den nötigen Schwellwert nach unten drücken.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Sanfter abkühlen heißt weniger Unterschied zwischen Rand und Kern, also weniger Eigenspannung, weniger und deutlich weniger Rissgefahr als bei der . Bezahlt wird das mit etwas weniger Randhärte, und bei unlegierten Sorten mit einer , die einfach nicht reicht. Direkt nach dem Abschrecken steht das Teil unter voller Spannung und hat noch drin. In diesem Zustand ist es am empfindlichsten.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Öl vorwärmen und in Bewegung halten, damit die Dampfhaut aufreißt und keine weichen Flecken stehen bleiben. Genug Badvolumen nehmen, sonst kocht man sich das Öl warm und die Wirkung ist weg. Teil senkrecht und zügig eintauchen. Deckel oder Löschdecke in Reichweite, heißes Öl brennt. Und das Teil nach dem Härten nicht über Nacht liegen lassen, sondern zügig .