Primär-Dendritenarm-Abstand
Der Primär-Dendritenarm-Abstand ist der Abstand zwischen benachbarten Hauptstämmen erstarrender Kristallite und beeinflusst die Mikrohärte sowie die Segregationsverteilung.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Während des Schmelzprozesses wächst das Metall in Kristallite auf, die sich als Hauptstämmen (Dendriten) ausbreiten. Der Abstand zwischen diesen Hauptstämmen bestimmt, wie gut sich Sauerstoff und andere Zusatzstoffe in den Kristallen verteilen können.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Ein zu großer Primär-Dendritenarm-Abstand kann zu einer ungleichen Verteilung von Zusatzstoffen führen, was zur Segregation und möglicherweise zu Rissen oder Verlust an Zähigkeit führt. Ein zu kleiner Abstand kann die Mikrohärte erhöhen, aber auch das Gefüge vergröbert und die Schweißnahtsicherheit beeinträchtigen.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Um den Primär-Dendritenarm-Abstand zu optimieren, achte auf eine korrekte Schmelztemperatur und einen angemessenen Abkühlschritt. Bei Stählen mit hohem Kohlenstoffgehalt (z.B. HSS) sollte der Dendritenarm-Abstand zwischen 100 und 200 µm liegen, um eine gute Segregationsverteilung zu gewährleisten.