Proeutektoider Zementit
Proeutektoider Zementit bildet sich bei langsamer Abkühlung von übereutektoiden Stählen oberhalb der eutektoiden Temperatur an Austenitkorngrenzen. Er bildet zusammenhängende Hüllen um die Körner und kann zu erhöhter Härte und Zähigkeit führen.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Proeutektoider Zementit entsteht durch das Abkühlen von übereutektoiden Stählen (mit mehr als 0,77 % Kohlenstoff) oberhalb der eutektoiden Temperatur. Bei langsamer Kühlung kristallisiert sich Zementit an den Grenzen des Austenitkörpers und bildet zusammenhängende Hüllen um die Körner.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Proeutektoider Zementit erhöht die Härte und Zähigkeit der Schweißnaht, was zu einer verbesserten Festigkeit führt. Allerdings kann er auch zu erhöhtem Spannungsaufbau und Rissen führen, wenn die Abkühlung zu schnell ist oder wenn das Gefüge ungleichmäßig ist.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Um Proeutektoider Zementit zu fördern, kühle übereutektoiden Stähle langsam ab (t8/5 > 25 s) und achte auf eine gleichmäßige Abkühlung. Vermeide schnelle Kühlmöglichkeiten wie Wasserabkühlung oder starkes Kühlgas, da dies zu ungleichmäßigem Gefüge und erhöhten Rissen führen kann.