Randwinkel-Hysterese
Randwinkel-Hysterese ist die Differenz zwischen dem Vorwinkel beim Benetzen und dem Rückwinkel beim Entnetzen eines Lotes auf einer Oberfläche. Sie zeigt die mikrostrukturelle Rauheit und chemische Inhomogenität des Materials.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Die Randwinkel-Hysterese entsteht durch die unterschiedliche Anziehungskraft des Lotes auf die Oberfläche während des Benetzens und Entnetzens. Bei mikrostrukturell rauen Oberflächen oder chemisch inhomogenen Materialien weicht der Rückwinkel vom Vorwinkel ab, was als Hysterese bezeichnet wird.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Eine hohe Randwinkel-Hysterese kann zu erhöhter Oberflächenrissbildung und schlechteren Schweißnahtverbindungen führen. Sie vergrößert die Spannung auf der Oberfläche und kann zu Heißrissen oder Zinkern führen, besonders bei hohen Temperaturen.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Um eine geringe Randwinkel-Hysterese zu erreichen, sollten Sie:
• Ein lotes mit niedriger Spannung verwenden.
• Die Oberfläche des Schweißstücks sauber und glatt vorbehandeln.
• Bei chemisch inhomogenen Materialien einen passenden Lotes wählen.
• Die Temperatur kontrollieren, um die Spannung auf der Oberfläche zu minimieren.