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Rastlinie

Makroskopisch sichtbare Linien auf einer Ermüdungsbruchfläche, die durch Betriebsunterbrechungen oder Lastwechsel entstehen. Sie zeigen den schrittweisen Verlauf des Risswachstums an.

Rastlinien auf einer Bruchfläche sind das typische Erkennungsmerkmal eines Ermüdungsbruchs. Der Riss wächst nicht auf einmal, sondern in Schritten bei jedem Lastwechsel. Wenn das Teil zwischendurch stillsteht, oxidiert die frische Bruchstelle leicht oder wird durch Reibung poliert, und beim nächsten Lastwechsel entsteht eine sichtbare Linie. Mehrere solcher Unterbrechungen ergeben dann das typische Streifenbild.

In Schweißkonstruktionen fangen diese Risse fast immer an Kerben an – am Nahtübergang, an der Wurzel oder an Fehlern wie Poren. Wenn du so ein Bild siehst, weißt du: Das Teil ist wiederholt belastet worden, der Bruch kam nicht von jetzt auf gleich. Schau dir die Naht genau an, ob da eine scharfe Kerbe war, und ob die Naht nachbehandelt wurde. Beim Schleifen der Übergänge und beim Entfernen von Spritzern kannst du viel verhindern, denn jede scharfe Kante ist ein potenzieller Startpunkt für so einen Riss.

MetallurgieSchweißtechnik

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