Restgehalt an Austenit
Der Restgehalt an Austenit ist der Anteil des kubisch-flächenzentrierten Kristallgitters, der nach unvollständiger Martensitischer Umwandlung bei Raumtemperatur im Gefüge bleibt. Ein hoher Austenitgehalt kann die Dimensionsstabilität beeinträchtigen und durch Verformung austenitische Transformationen auslösen.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Nach der Schweißnaht wird das Metall oft in einem kubisch-flächenzentrierten Kristallgitter (Austenit) gehalten. Bei unvollständiger Martensitischer Umwandlung bleibt ein Teil dieses Austenits im Gefüge, wenn es bei Raumtemperatur abkühlt.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Ein hoher Restgehalt an Austenit kann die Dimensionsstabilität des Materials beeinträchtigen. Durch mechanische Verformung kann dieser Austenit austenitisch transformieren, was zu weiterer Verformung und möglicherweise zu Rissen führen kann. Dies ist besonders in steifen Stählen ein Problem.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Um den Restgehalt an Austenit zu minimieren, sollte die Schweißnaht so schnell wie möglich abkühlen, um eine vollständige Martensitischer Umwandlung zu erzielen. Dies kann durch die Wahl des richtigen Schweißverfahrens und der korrekten Kühlstrategie erreicht werden. Bei steifen Stählen ist es wichtig, den Austenitgehalt unter 1% zu halten, um eine stabile und rissfreie Naht zu gewährleisten.