Restkohlenstoffgehalt im Martensit
Der Restkohlenstoffgehalt im Martensit bestimmt seine Härte und Verzerrung. Zu viel Kohlenstoff führt zu glasharter, rissanfälliger Struktur.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Im Martensit ist der Kohlenstoff im tetragonalen Gitter zwangsgelöst und verursacht die Verzerrung des Kristallgitters. Je mehr Kohlenstoff anwesend ist, desto stärker wird das Gitter verzerrt und desto härter wird das Material.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Ein zu hoher Restkohlenstoffgehalt (über 0,8 %) führt zu einem starken Martensit mit hohem Drehfestigkeit und geringer Dehnfähigkeit. Dies kann zu Heißrissen und Zerkleinerungen der Schweißnaht führen. Ein zu niedriger Kohlenstoffgehalt (unter 0,4 %) vergröbert das Gefüge und senkt die Härte.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Um ein gutes Martensit zu erzielen, sollte der Restkohlenstoffgehalt zwischen 0,6 % und 0,8 % liegen. Dies kann durch eine korrekte Abkühlung und die Wahl des passenden Stahls erreicht werden. Bei der Schweißung von Hochleistungsmetallen wie HSS oder Martensitstählen ist eine schnelle Abkühlung (t8/5 < 10 s) unerlässlich, um einen homogenen Martensit zu schaffen.