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Schutzgas-Mischgas

Schutzgas-Mischgas ist eine Kombination aus Argon, CO2 oder Helium. Es steuert den Lichtbogen und die Wärmeeinbringung und reduziert Spritzer und Poren. So passt der Schweißer den Einbrand exakt an Werkstoff und Blechdicke an.

Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus

Im Lichtbogen ionisieren die Gase. Argon ionisiert leicht, der Lichtbogen brennt ruhig und der Einbrand ist flach. CO2 zerfällt bei hoher Temperatur in CO und O, das kostet Energie aus dem Lichtbogen. Der Lichtbogen wird heißer und gräbt tiefer in das Werkstück. Helium ionisiert schwer, erzeugt aber einen sehr heißen Lichtbogen mit hoher Wärmeübertragung. Das Mischungsverhältnis bestimmt die Energiedichte und das Schmelzbadverhalten.

Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen

CO2 im Schutzgas zerfällt im Lichtbogen. Der frei werdende Sauerstoff oxidiert Legierungselemente wie Mangan und Silicium. Der Kohlenstoff aus dem CO2 kann in die Naht übergehen und die Härte erhöhen. Zu viel CO2 (über 25 %) macht die Naht spröde und rissanfällig. Zu wenig CO2 (unter 5 %) führt zu flachem Einbrand und schlechter Bindung an den Flanken. Helium erhöht die Wärmeeinbringung stark, bei dünnen Blechen entsteht Verzug. Falsches Gas für den Werkstoff verursacht Poren oder Oxidation.

Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen

Wähle das Mischgas nach Werkstoff: Für unlegierten Stahl nimm 82 % Argon + 18 % CO2. Für Edelstahl nimm 97,5 % Argon + 2,5 % CO2. Für Aluminium nimm reines Argon oder 70 % Argon + 30 % Helium. Stelle den Gasdurchfluss auf 10 bis 15 Liter pro Minute ein. Prüfe vor jedem Schweißen die Gasdüse auf Verstopfung. Lagere Gasflaschen stehend und trocken.

MetallurgieSchweißtechnik

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