Schweißerprüfbescheinigung
Die Schweißerprüfbescheinigung ist ein formelles Dokument. Es bestätigt, dass ein Schweißer eine praktische Prüfung nach festgelegter Norm bestanden hat. Sie legt den genauen Geltungsbereich fest, in dem der Schweißer fehlerfreie Nähte herstellen darf.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Die Bescheinigung selbst hat keine physikalische Wirkung. Sie dokumentiert jedoch die Fähigkeit des Schweißers, die metallurgischen Vorgänge im Schmelzbad zu beherrschen. Der Schweißer beweist damit, dass er Wärmeeinbringung, Schweißgeschwindigkeit und Schutzgasführung so steuert, dass ein fehlerfreies Gefüge entsteht.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Fehlt eine gültige Schweißerprüfbescheinigung, darf der Schweißer keine qualitätsrelevanten Nähte ausführen. Das Risiko für Schweißfehler steigt deutlich, weil die praktische Qualifikation nicht nachgewiesen ist. Typische Fehler sind dann Poren, Bindefehler, Wurzelkerben oder Heißrisse. Bei einer Abnahme oder einem Audit werden diese Nähte sofort beanstandet und müssen oft komplett entfernt werden.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Prüfen Sie vor Arbeitsbeginn, ob die Schweißerprüfbescheinigung für das geplante Schweißverfahren, die Werkstoffgruppe, die Blechdicke und die Schweißposition gültig ist. Die Gültigkeit beträgt in der Regel 2 Jahre, wenn der Schweißer regelmäßig in diesem Bereich arbeitet. Bei mehr als 6 Monaten Unterbrechung erlischt die Bescheinigung und eine neue Prüfung ist nötig. Die Schweißaufsicht muss die fortlaufende Tätigkeit alle 6 Monate bestätigen.