Spannungsintensitäts-Schweißbarkeits-Grenzwert
Der Spannungsintensitäts-Schweißbarkeits-Grenzwert ist ein bruchmechanischer Grenzwert, der die Rissausbreitung unter Eigenspannungen nach dem Schweißen beurteilt. Er hilft bei der Risikominimierung für sprödbruchgefährdeten Werkstoffen.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Der Spannungsintensitäts-Schweißbarkeits-Grenzwert (SISG) beschreibt die maximale Spannungsdichte, unter der ein Material nach dem Schweißen noch sprödbruchfest ist. Er berücksichtigt die lokalen Spannungen und ihre Auswirkung auf die Rissausbreitung.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Falls die tatsächliche Spannungsdichte in der Schweißnaht den SISG überschreitet, kann dies zu sprödem Bruch führen. Dies erhöht das Risiko von Rissen und Katalysatorrisse, insbesondere bei hochsprödbruchgefährdeten Werkstoffen wie Hochleistungsnickeln und Ferritstählen.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Um den SISG zu respektieren, sollten die folgenden Maßnahmen beachtet werden:
• Verwenden Sie geeignete Schweißverfahren mit geringer Spannungsaufnahme (z.B. TIG-Schweißen).
• Stellen Sie sicher, dass der Werkstoff vor dem Schweißen korrekt temperiert ist.
• Halten Sie die Schweißnaht unter minimalen mechanischen Belastungen und vermeiden Sie übermäßige Spannungsaufnahme.
• Überprüfen Sie nach dem Schweißen das Material auf Risse und führen gegebenenfalls eine Nachbehandlung durch.