Stichkanal-Schweißen
Stichkanal-Schweißen nutzt hochenergetische Strahlen oder Lichtbogen, um eine dampfgefüllte Kapillare zu erzeugen und einen tiefen Einbrand in das Werkstoffgitter zu schaffen. Dies ermöglicht schnelle Schweißgeschwindigkeiten mit minimalen Verzug.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Ein hochenergetischer Strahlen- oder Lichtbogen erzeugt eine stark erhitzte Zone im Werkstoff, die schnell abkühlt und einen tiefen Einbrand verursacht. Dieser Prozess bildet eine dampfgefüllte Kapillare, durch die der Schweißstoff in das Werkstoffgitter eingedrungen wird.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Stichkanal-Schweißen ist besonders bei hochleistungsfähigen Materialien wie Stahl und Titan vorteilhaft. Es ermöglicht eine hohe Schweißgeschwindigkeit und minimiert den Verzug, was die Produktivität erhöht. Allerdings kann ein zu schnelles Abkühlen zu glasharter Martensit führen, der rissanfällig ist. Ein zu langsames Abkühlen kann zu Zähigkeitsverlusten und Porenbildung führen.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Verwenden Sie ein hochenergetisches Strahlen- oder Lichtbogen-Schweißgerät mit korrekter Einstellung. Stellen Sie sicher, dass die Kapillare sauber sind und das Schweißstofffluss ist optimal eingestellt. Kühlen Sie die Schweißnaht kontrolliert ab, um eine ausgewogene Gefüge zu erhalten. Eine typische Abkühldauer beträgt 2 bis 5 Sekunden, je nach Werkstoff und Schweißdicke.