Stichkanalbildung
Stichkanalbildung ist das Erschaffen eines dampfgefüllten Kanals im Schmelzbad durch hochenergetische Strahlverfahren. Dies ermöglicht einen tiefen Einbrand durch mehrfache Reflexionen der Strahlungsenergie.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Die Stichkanalbildung geschieht, wenn hochenergetische Strahlen (z.B. Laserschweißen) das Werkstückschmelzbad durchdringen und dort mehrfach reflektiert werden. Diese Reflexionen konzentrieren die Energie auf einen kleinen Punkt, was zu einem starken Einbrand führt.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Die Stichkanalbildung kann zu sehr tiefen und präzisen Einbränden führen, was nützlich ist für Feinmechanik oder die Herstellung von Mikrostrukturen. Allerdings erhöht sie auch das Risiko von Heißrissen, da der Stahl in kurzer Zeit stark erwärmt wird. Eine zu schnelle Kühlung kann dazu führen, dass Martensit entsteht, was den Stahl hart und rissanfällig macht.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Um die Stichkanalbildung effektiv einzusetzen, sollte das Schmelzbad gut abgedeckt sein, um Reflexionen zu fördern. Die Strahlenergie muss genau eingestellt werden, um den gewünschten Einbrand zu erzielen. Nach dem Schweißen ist eine kontrollierte Kühlung erforderlich, um Heißrisse zu vermeiden. Empfohlene Kühlzeiten variieren je nach Material und Werkstoffdicke, aber in der Regel sollten sie zwischen 10 und 30 Sekunden liegen.