Tertiärer Zementit
Tertiärer Zementit bildet sich bei niedrigen Temperaturen in unlegierten Stählen mit geringem Kohlenstoffgehalt aus dem Ferrit ab. Er ist sehr fein und kann zu Rissen führen.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Tertiärer Zementit entsteht, wenn sich Kohlenstoff in der Schweißzone bei niedrigen Temperaturen aus dem Ferrit austauscht. Dies geschieht, weil die Löslichkeit von Kohlenstoff in Ferrit mit sinkender Temperatur stark abnimmt.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Tertiärer Zementit kann zu sehr feinen Zementitausscheidungen führen, die Risse verursachen können. Diese Trennung tritt besonders in unlegierten Stählen mit extrem geringem Kohlenstoffgehalt auf und ist ein signifikanter Faktor für die Härte und der mechanischen Festigkeit der Schweißnaht.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Um Tertiärzementit zu vermeiden, sollte bei unlegierten Stählen mit geringem Kohlenstoffgehalt eine sorgfältige Kontrolle der Kühlgeschwindigkeit durchgeführt werden. Die Kühlung sollte langsam erfolgen, um die Bildung von Zementitausscheidungen zu minimieren. Empfohlene Kühlzeiten variieren je nach Stahlart, aber in der Regel sollten sie zwischen 30 und 60 Sekunden liegen.