Umstempeln
Umstempeln überträgt die ursprüngliche Werkstoffnummer und Schmelzennummer auf jedes abgetrennte Stück eines zertifizierten Materials. So bleibt die Verbindung zum Prüfzeugnis erhalten. Ohne diese Kennzeichnung ist das Reststück für Schweißarbeiten nicht eindeutig zuordenbar.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Das Umstempeln verändert den Werkstoff nicht. Es überträgt nur die Identifikation (Schmelzennummer, Werkstoffbezeichnung, Prüfzeichen) von einem zugelassenen Ausgangsstück auf abgetrennte Teile. Die chemische Zusammensetzung und die mechanischen Eigenschaften bleiben unverändert. Entscheidend ist die lückenlose Zuordnung zum Original-Prüfzeugnis.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Beim Schweißen muss der Schweißer die genaue Legierung kennen, um Zusatzwerkstoff, Vorwärmtemperatur und Wärmenachbehandlung richtig zu wählen. Fehlt die Kennzeichnung oder ist sie falsch übertragen, besteht Verwechslungsgefahr. Beispiel: Ein unlegierter S235 wird mit einem hochfesten S690 verwechselt. Die Naht kühlt zu schnell ab, Martensit entsteht, und die Verbindung bricht spröde. Auch falsche Wärmebehandlung oder ungeeigneter Zusatzwerkstoff führen zu Rissen oder Korrosionsschäden.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Nur autorisiertes Personal (z. B. Schweißaufsicht) darf umstempeln. Verwenden Sie eine schonende Markiermethode: Niedrigspannungs-Prägestempel, Nadelpräger oder Farbmarker. Bei hochfesten, vergüteten Stählen niemals mit scharfem Körner schlagen – Kerben können Risse auslösen. Übertragen Sie die Original-Schmelzennummer und das Prüfzeichen unverändert auf jedes Reststück. Gleichen Sie die Daten mit dem Werkszeugnis ab. Dokumentieren Sie den Transfer im Materialbuch. Bei Zweifeln das Stück sperren und nicht verwenden.