← Glossar

Widmannstättsche Nadelausbildung

Ein Gefügebild aus kristallographisch orientierten Platten oder Nadeln von Ferrit, die sich entlang bestimmter Ebenen des Austenitgitters ausscheiden. Dies geschieht typischerweise bei mäßig schneller Abkühlung grobkörniger Gefüge.

Widmannstätten-Gefüge entsteht, wenn du das Werkstück nach dem Schweißen zu langsam abkühlst. Der Austenit wandelt sich dann nicht normal um, sondern bildet grobe, nadelförmige Ferritplatten, die entlang bestimmter Ebenen im Korn wachsen. Das Zeug ist spröde und rissanfällig, also willst du das in einer Schweißnaht nicht haben.

Das Problem tritt vor allem bei unlegierten und niedriglegierten Stählen auf, wenn die Wärmeeinflusszone zu lange heiß bleibt. Wenn du also dicke Bleche schweißt oder die Naht nicht richtig abkühlen kann, musst du gegensteuern.

Die Lösung ist simpel: Kühlung kontrollieren. Bei kritischen Teilen hilft es, die Zwischenlagentemperatur niedrig zu halten oder die Naht nach dem Schweißen schneller abkühlen zu lassen. Bei manchen Stählen musst du aber aufpassen, dass du nicht zu schnell kühlst, sonst bekommst du Martensit. Die richtige Abkühlgeschwindigkeit ist also ein Kompromiss zwischen zu langsam (Widmannstätten) und zu schnell (Härterisse).

MetallurgieSchweißtechnik

KI-Transparenz (EU AI Act): Auf Basis eigener langjähriger Praxiserfahrung in der Schweißtechnik mit Hilfe von KI erstellt und redaktionell geprüft.

© 2026 Welder-World. Alle Inhalte dienen der Aus- und Weiterbildung und ersetzen keine zertifizierte Schweißanweisung.