Zähigkeit
Zähigkeit ist die Fähigkeit eines Werkstoffs, Schlag- und Stoßenergie aufzunehmen, ohne zu brechen. Sie ist der Gegenspieler zur Härte: Je härter ein Stahl, desto spröder — je zäher, desto weicher.
Physikalisch-chemischer Wirkmechanismus
Zäh heißt: Der Werkstoff nimmt den Schlag an, verbiegt sich und bricht nicht. Die Energie steckt er in Verformung, statt sie in einen Riss umzusetzen. Geprüft wird das im , wo ein Pendelhammer eine gekerbte Probe durchschlägt und gemessen wird, wie viel Arbeit dafür nötig war. Zäh macht feines Korn, ein angelassenes Gefüge und ein sauberer Stahl ohne viel Dreck drin. Spröde macht grobes Korn und alles, was als Einschluss im Gefüge herumliegt.
Metallurgische Relevanz & Risiken beim Schweißen
Zähigkeit hängt an der Temperatur. Unterhalb der bricht derselbe Stahl, der im Sommer nachgibt, im Winter wie Glas. Deshalb ist Schweißen bei Frost in einer offenen Halle kein Kavaliersdelikt. Die grobkörnige Zone der ist die zähigkeitsärmste Stelle am ganzen Bauteil, und eingeschlossener Wasserstoff macht es nicht besser. Jede Kerbe sammelt Spannung ein und macht aus einem zähen Werkstoff einen, der beim ersten Schlag reißt.
Werkstattpraxis & Handlungsanweisungen
Nahtübergänge verschleifen, nicht stehen lassen. Zündstellen und Schweißspritzer gehören nicht neben die Naht, das sind alles kleine Kerben. Quer zur Zugrichtung wird nicht geschliffen. Bei Kälte vorher anwärmen, auch wenn der Werkstoff das eigentlich nicht braucht. Wo Härte und Zähigkeit zusammen gefordert sind, stellt man den Kompromiss über ein, und auf hartem Grundwerkstoff legt man eine zähe drunter.