Zerspanbarkeit
Wie gut sich ein Werkstoff spanend bearbeiten lässt – drehen, fräsen, bohren. Bei guter Zerspanbarkeit geht die Bearbeitung schneller, sauberer und mit weniger Werkzeugverschleiß.
Die Zerspanbarkeit entscheidet an der Werkbank darüber, ob Späne sauber fliegen oder die Wendeschneidplatte im Sekundentakt verglüht. Sie ist keine starre Materialeigenschaft, sondern das Zusammenspiel aus Werkstoff, Schnittkraft, Standzeit und Oberflächengüte. Weiche, zähe Gefüge neigen zum Schmieren und bilden lästige Aufbauschneiden, während hochlegierte Stähle mit harten Carbiden wie 1.2379 den Fräser buchstäblich abreiben. Für Schweißer wird es vor allem in der Wärmeeinflusszone spannend: Ungleichmäßige Aufhärtung oder Gefügeverzerrungen nach dem Brennerauftrag verwandeln die Nahtflanke schnell in eine glasige Hürde, an der Bohrer sofort abreißen. Wer hier ohne gezieltes Spannungsarm- oder Weichglühen mechanisch nacharbeiten will, zahlt schnell Lehrgeld in Form von Werkzeugbruch.